Familien-Camping in Südfrankreich. Ein Urlaubsbericht.

Urlaub? Geht immer viel zu schnell vorbei.

Aber so ist es nun mal – und wir schon wieder eine Woche im Alltag zurück. Mir kommt es vor, als sei es aber schon länger. Waren wir wirklich in Urlaub?? 😉 Umso besser, dass ich Euch jetzt einen kleinen Reisebericht schreibe, so kann ich das Ganze noch einmal Revue passieren lassen.

Wir starteten an einem Montagmorgen und stellt wieder einmal fest, niemand verreist an einem Montag, irgendwie ist Verreisen in den Köpfen anderer immer mit dem Wochenende verknüpft. Gut für uns: kein Stau! Morgens früh ging es dann (noch zuhause) schon gut los. „Mama, mir tut der Hals weh!“ krächzte meine Tochter – und tatsächlich wirkte sie schlapp. Beim schnellen Frühstück hatte sie noch nicht mal Hunger, was bei ihr irre verdächtig ist.

Als unser Picknick aber dann fertig gepackt war und die letzten Sachen im Auto verstaut waren, ging es los. Keine 20 Minuten Autofahrt tönte von hinten „Mama, mir ist schlecht!“, wieder war es meine Tochter, die jetzt auch sehr blass aussah. Glücklicherweise ist mein Freund, was bestimmte Dinge angeht, eher spießiger Natur und so fand ich im Handschuhfach einen Müllbeutel.

Ich glaube, ich habe selten Jemanden gesehen, der sich unkomplizierter übergeben hat. Ohne Theater, ohne Hysterie, einfach entleert… danach kam nur „jetzt ist alles wieder gut!“ aus ihrem Mund und die restliche Fahrt schlief sie dann. Bei einer Pause an einem schönen Spielplatz kurz vor der französischen Grenze merkte man ihr noch an, dass sie nicht ganz fit war, aber was soll ich sagen… ganz die Mama: unkompliziert und tapfer 😉

Weiter ging es dann an diesem Tag bis Macon, einem süßen Städtchen kurz vor Lyon, an dem Fluß Saone gelegen. Hier hatten wir über AirBnB eine schöne Altstadtwohnung gemietet und konnten uns einen schönen Abend machen. Wobei Paula und ich ihn nach einer erneuten Spuckattacke im Restaurant und Fieber ab dann im Bett verbrachten, aber so ist das nun mal mit Kindern. Anders wäre es ja fast langweilig (haha!).

Einmal Mutti zum mitnehmen, oder wie? 😉
Ein Blick auf Macon.

Am nächsten Morgen ging es dann weiter, nur 3,5 Stunden Fahrt trennten uns von unserem Ziel: ein Fleckchen zwischen Balazuc und Vogüe direkt an der Ardèche gelegen. Auch Paula war wieder fitter, der Kopf kühler und auch die Nacht war Magen-Darm-technisch ruhig gewesen.

Und so kamen wir auch wieder ohne Stau am Ziel an. Dann hieß es nur noch: Haus aufbauen und ab ins Wasser!

Seit letztem Jahr besitzen wir ja ein Familienzelt, wir waren also schon erfahrene Zelt-Aufbauer und somit ging das alles sehr schnell. Wir hatten unseren Wunschstellplatz bekommen (mit Blick in die Weinberge) und richteten uns zügig ein – schließlich kannten wir uns ja auch schon aus. Im vergangene Jahr waren wir auf dem gleichen Campingplatz, allerdings nur für 5 Tage untergekommen. Dieses Jahr wollten wir es entspannter haben und fest 10 Tage bleiben.

Mein Freund ist, was das Auto ein- und auspacken angeht, sehr gut organisiert. Ich frage mich immer noch, wie er das alles in unseren Touran und die kleine Dachbox hinein bekommen hat, ohne dass das Auto bis oben hin voll gestopft war. Wird wohl immer sein geheimer Trick bleiben, den am liebsten macht er solche Dinge auch ganz alleine (soll mir recht sein 😉 ). Das Zelt stand auf jeden Fall schnell und den restlichen Tag genossen wir dann zwischen Café au lait in der Strandbar und Schwimmen. Herrlich!

Blauer Himmel über der Ardèche.

Es dauerte 2-3 Tage bis wir alle so richtig in den Urlaubsmodus fanden, bei Kindern merkt man das ja auch immer. Mein Fazit: das nächste Mal müssen wir 3 Wochen verreisen! Mindestens… 😉

Allen Vorurteilen zum Trotz fanden wir alle auch beim zweiten Mal den Campingurlaub sehr entspannt. Natürlich muss man selbst spülen, kochen und so weiter, aber damit habe ich kein Problem, zumal es alles ja auch einfacher gehalten wird. Sprich: so wenig Geschirr wie möglich – und einfaches, aber frisches Essen. Ich koche ja auch gerne, von daher macht mir das selbst auf dem zweiflammigen Gaskocher nichts (was mein Freund immer dankbar bewundert…).

Auch improvisiert geht’s irgendwie!
Die Tischdeko fand sich von selbst und von Zuhause hatten wir auch einige Sachen mitgenommen, wie z.B. die leckeren Frühstücks-Sternchen von Freche Freunde #prsample

Das einzige was wir feststellen mussten, es war weniger abenteuerlich wie es im letzten Jahr beim Premierenurlaub mit dem Zelt gewesen war. Wir hatten eben schon ein wenig Routine (was ja auch von Vorteil ist) und sind nicht noch weiter gereist, sondern an einer Stelle geblieben. Zudem hatten wir in diesem Jahr trotz idyllischem und malerischem kleinen Campingplatz anstrengende Platznachbarn um uns herum, die wenig Ruhe am Tag zuließen. Allesamt Immer-Camper, die sich schon über Jahre unter einander kannten, somit saßen wir da in einer Art Camper-Ghetto (klingt jetzt schlimmer als es war). Allerdings konnte man dabei interessante Feldstudien betreiben über die verschiedensten Camper-Typen, allein schon wie Jemand einen Zeltplatz einrichtet, finde ich sehr spannend!

Das Wetter machte zum Glück auch nur 2 mal ein wenig Theater in Form von Sturm, Regen und Gewitter, aber keine zwei Stunden später schien schon wieder die Sonne. Unser Zelt auch weder Nässe durchgelassen, noch ist es zusammengekracht.

Ich glaube, das ist es auch, was Camping für mich attraktiv macht: in einer einfachen Art und Weise inmitten der Natur zu wohnen. Den ganzen Tag (und die ganze Nacht) an der frischen Luft zu sein und sich so wenig Gedanken wie möglich um Alltags“probleme“ wie bspw. „Was ziehe ich bloß an?“ zu machen. Die Kinder waren vom ersten Tag auch dankbar einfach in ihre liebsten Klamotten zu schlüpfen oder auch die Badehose als Dauerbekleidung zu tragen, denn das ist eben auch Urlaub.

Jetzt kannten wir ja schon ein wenig die Gegend und entdeckten aber doch auch noch Neues. Bei einer abenteuerlichen Wanderung ging es für einen Tag nach Balazuc – ein schönes altes Städchen mit verwinkelten Gassen und der typischen Bauweise der Region. In einem malerischen Lokal an der Kirche konnten wir regionale Spezialitäten wie z.b. Le Crique (eine Art franzöischer Reibekuchen) essen und dabei herrlich sitzen.

Blick nach Balazuc

Einen Abend fuhren wir auch nach Vogue, was wir im letzten Jahr völlig unbeachtet gelassen hatten. Da hat es mir sehr gut gefallen! Ein altes Städchen mit Schloss-Ruine oberhalb der Ardèche. Auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn Ihr in der Ecke seid! Dort findet man auch zahlreiche nette Restaurants. Das Gute an Frankreich ist ja: gut essen kann man (fast) überall!

Ein Blick in die Hauptstraße Vogüe’s
Eins der vielen Restaurants in Vogüe

Das schöne an diesem Urlaub war aber dann auch, dass wir keinen Stress hatten, alles sehen zu müssen, da wir ja schon mal da waren. Nach einem vollgepackten halben Jahr, was hinter uns liegt, also genau das Richtige! Und so genossen wir jedes leckere kühle Glas Bier mit Blick auf die Ardèche am Abend, machten morgens meist ganz ruhig und entspannt (manchmal wurde es Mittag, bis wir so richtig in den Tag starteten) – und ich kam sogar dazu ein 3/4 Buch zu lesen (was mit 3 Kindern im Gepäck echt eine Leistung ist, wie ich finde). Die Jungs machten natürlich wieder eine Kanu-Tour, wofür die Ardèche ja sehr bekannt ist. Sobald meine Tochter dann auch das Seepferdchen hat, sind wir auch dabei! Allerdings werden wir nächstes Jahr sicher noch mal ein anderes Ziel ansteuern, auch wenn wir auf diesem kleinen süßen Campingplatz auch jederzeit noch mal Urlaub machen würden.

 

Im letzten Jahr hatten wir ein tolles Restaurant entdeckt, bei dem wir dieses Mal dann non mal einkehren wollten. Wir bekamen sogar unseren Wunschplatz auf dem kleinen Balkon mit Exklusiv-Ausblick. Und das Essen schmeckt dort auch noch gut! Lustig ist nur, dass man in jüngeren französischen Restaurants häufig Burger auf der Karte findet. Und wenn man die anderen Tage den Gaskocher benutzt, genießt man so ein Essen doppelt und dreifach. Ich hatte aber mit einem Rotbarschfilet-Burger auch eine wirklich gut Wahl getroffen!

Und so gingen 10 Tage, auf die wir uns ein halbes Jahr gefreut hatten, wie im Flüge vorbei. Viel, viel, viel zu schnell… aber das ist ja wirklich immer so!

Ein kleiner Bach, der perfekt als Spielplatz diente für die Kinder. Steine sammeln, Frösche entdecken und und und…

 

Für die Kinder immer wieder toll: Natur.

Den Rückweg nutzen wir dann aber auch noch mal: zum einen, um den Tag nicht zu „verlieren“, zum anderen, um noch ein paar schöne Fleckchen zu sehen. Wir hatten Grenoble als Ziel fürs Abendessen und wollten von da aus über Nacht zurück fahren. Also fuhren wir durchs Vercors, was wirklich ein spannendes Gebiet ist – und entdeckten nach einer schönen Pass-Strecke das Örtchen Pont-en-Royans. Dort sind die Häuser in bzw. an Felsen gebaut und zu Fuß der Stadt findet man eine Art Bergsee (mit klarem, aber eiskaltem Wasser). Wir beobachteten dort Frei-Kletterer, die in dieser Kulisse von ordentlichen Höhen ins Wasser sprangen. Perfekt für eine Picknick-Pause dort!

Pont-en-Royans

 

Von dort ging es weiter nach Grenoble, wo wir noch lecker zu Abend aßen, ein letztes sündhaft teures Eis verspeisten, um dann (das Spannendste für die Kinder!) über Nacht und wieder mal staufrei bis nach Hause zu fahren. Und schwuppdiwupp stand da wieder etwas vor der Tür, was sich wohl Alltag nennt. Mist.. 😉 Naja, der nächste Urlaub kommt bestimmt!

Grenoble
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2 Kommentare

  1. Wow, liebe Sarah, vielen Dank für deinen ausführlichen Reisebericht. Jetzt will ich auch ganz schnell nach Frankreich. Aber vermutlich nicht auf einen Campingplatz – das klingt zwar total schön und abenteuerlustig, aber so richtig werde ich mich damit wohl nie anfreunden. Muss ja auch nicht. Zum Glück ging es deiner Kleinen schnell besser – was für ein Start! Oh Mann! Ganz liebe Grüße, Katrin

    1. Sarah Vianden sagt: Antworten

      Liebe Katrin,

      danke, das freut mich, dass Dir mein Beitrag gefällt! Ja, Camping ist nicht für jeden etwas – aaaaaber: ich hätte auch niemals gedacht, dass es zu mir passt. 😉 Liebste Grüße. Sarah

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