Zu Gast: Mein Start als Mama

Heute ist es wieder soweit – zu Gast bei undeinepriseliebe geht weiter! Ich freue mich heute sehr über einen weiteren Gast-Post hier bei mir auf dem Blog, diesmal erzählt Euch Tina von Kind | Küche | Chaos, wie der Start als Mama für sie war. Ganz viel Spass beim Lesen!

Als Sarah mich gebeten hat, zu diesem Thema einen Gastpost zu verfassen, habe ich mich riesig gefreut! Vielen Dank für die Gelegenheit, hier bei dir zu schreiben. Bei der Vorbereitung des Posts kam ich allerdings ziemlich ins Grübeln. Wo fange ich denn da an? Ab wann ist man eigentlich eine Mama? Wenn das Baby da ist? Oder wenn man überglücklich auf die beiden Streifen des Schwangerschaftstests schaut?
Die Wahrheit liegt für mich – wie bei so vielen Dingen – wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Zuerst möchte ich mich aber kurz vorstellen: Ich heiße Tina, bin 37 Jahre alt, lebe mit meinem Mann und unserem 1,5jährigen Sohn im Rheinland und schreibe über unseren Familienalltag auf Kind | Küche | Chaos. Wenn ich nicht in Elternzeit bin, mache ich „was mit Medien“.
Als wir 2014 feststellten, dass sich unser Wunschkind auf den Weg zu uns gemacht hatte, erschien mir neben der riesigen Freude der Start als Mama erst einmal mit vielen Fragen und Entscheidungen gepflastert zu sein. Welche Untersuchungen macht man in der Schwangerschaft? Was darf ich noch essen und was nicht? Was muss man alles für ein Baby anschaffen? Ausgiebiges Surfen hat mich völlig verwirrt angesichts der immensen Auswahl an Produkten und Meinungen zu ebendiesen. So stellte sich während meiner Schwangerschaft langsam eine wichtige Erkenntnis ein, die mich seitdem als Mama begleitet – DIE eine richtige Antwort gibt es nicht. Auch nicht, wenn man 100x danach googelt und auch nicht, wenn man alle Freunde mit Kindern fragt. (Ja, das habe ich für euch getestet!) Es gibt nur die richtige Antwort für einen persönlich. 
Wir haben uns auf jeden Ultraschalltermin gefreut und die Vorbereitungen auf unseren Sohn sehr genossen. Natürlich habe ich mich trotzdem verrückt gemacht, welcher Schlafsack nun der richtige ist, welcher Body praktisch, verschiedene Babybücher verschlungen und für gut oder weniger gut befunden. Die Krankenhaustasche wurde gepackt, und umgepackt und umgepackt und irgendwann kam dann der Punkt, an dem ich mich wirklich gut vorbereitet fühlte.
Wenn ich heute an dieses Gefühl zurück denke, muss ich ein bisschen schmunzeln. Ganz ehrlich: darauf kann man sich nicht vorbereiten. Der Mini kam in unser Leben und war von Anfang an eine ganz eigene Persönlichkeit, mit bestimmten Vorlieben und Dingen, die er gar nicht mochte. Beides voneinander unterscheiden zu lernen war unsere Aufgabe – bei manchen Punkten fiel es leicht, bei anderen dauerte es etwas länger. 
So haben wir schnell festgestellt, dass der liebevoll ausgewählte Kinderwagen (Welche Verdeckfarbe? Luft- oder Gummireifen? Felgen in Wagenfarbe? Kommt er wohl rechtzeitig an?) unseren Sohn nur mäßig begeisterte. So haben wir dann in der ersten Zeit die Wickeltasche und die Einkäufe darin durch die Gegend gefahren und das Baby getragen. Tagsüber ablegen fand der Mini gar nicht gut und so zog ziemlich schnell noch ein gemütlicher Schaukelstuhl in unser Wohnzimmer ein. Die 6-8 Wickelbodies, die ich ganz genau nach der Erstausstattungsliste bestellt habe, haben wir teilweise an einem einzigen Tag verbraucht. Ich habe tatsächlich noch aus dem Krankenhaus zusätzliche Bodies für zu Hause im Internet bestellt und habe sowohl persönlich als auch in Gedanken mehrfach der Freundin gedankt, die uns vorab dringend die Anschaffung eines Trockners ans Herz gelegt hatte.
Was ich damit sagen möchte: der Start ins Familienleben ist nicht wirklich planbar. Man kennt ja den Hauptdarsteller vorher noch gar nicht! 🙂 Was mir den Anfang als Mama wirklich erleichtert hat war, dass mein Mann in den ersten Wochen Urlaub hatte und wir diese Zeit gemeinsam genießen konnten und uns den Fragen und den Sorgen, die unweigerlich mit so einem kleinen Menschlein ankommen, gemeinsam stellen konnten.
Wichtig waren für mich auch verlässliche Ansprechpartner – eine gute Hebamme und eine tolle Kinderärztin, die man immer Fragen kann, auch die ganz doofen Fragen (und die hat man!), sie sind so viel hilfreicher als Tante Google. Es lohnt sich wirklich, hier jemanden zu suchen, dem man wirklich vertraut.

Beim Start als Mama dreht sich meistens erst einmal alles ums Kind – in meinem Text hier ja auch. Die Mama selbst kommt da oft zu kurz und denkt auch bei den Vorbereitungen aufs Baby meistens zuletzt an sich. Das ist mir auch so gegangen, ich habe wirklich nicht damit gerechnet, dass man sich richtig von einer Geburt erholen muss. Lacht mich nicht aus, ich habe das ja zum ersten Mal gemacht… Auch die hormonelle Umstellung nach der Geburt hat es in sich und hat mich doch ganz schön mitgenommen. Was mir geholfen hat? Das Allheilmittel in allen Lebenslagen – die eigene Mama und selbst etwas bemuttert werden. Während die Oma den Mini in den Schlaf schaukelte, konnte ich in Ruhe duschen oder einfach mal eine Weile etwas tun, das keinen direkten Baby-Bezug hatte. Das hat mir den Start ins Mamaleben sehr erleichtert. Gefühlt waren das für mich auch die größten Umstellungen – die große Liebe, die man einfach so auf einmal für dieses kleine Wesen empfindet und die Tatsache, dass man dann erst einmal alles zu zweit machte.
So war also mein Start als Mutter: wunderschön, überwältigend und ganz anders als vorher von mir geplant.
Übrigens: die Kliniktasche haben wir bei der Geburt im Auto vergessen und das erst gemerkt, als der Mini schon fast einen Tag alt war. Soviel dazu, dass man im Kreissaal unbedingt warme Socken, Schokoriegel, Musik oder ähnliches braucht. Hatte ich alles dabei – gut verstaut im Auto. 
Mehr von unserem manchmal etwas chaotischen, liebevollen und wahrscheinlich einfach ganz normalem Familienalltag sowie einige Rezeptideen für kleine und große Feinschmecker findet ihr auf www.kindkuechechaos.wordpress.com – ich freue mich wenn ihr mal vorbeischaut!

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