Danke, Oma und Opa!

Es ist Samstagmorgen, 07:00 Uhr. Paula wird wach, springt auf und ruft „Yeah. Gleich holt mich die Oma ab!“ dann zögerlich hinterher „Oder, Mama?“ Ich – noch gähnend – „Ja, genau, ich hab ja gleich Vorlesung.“ Und damit tanzte sie freudig ab und packte ihre Spielsachen, die sie mitnehmen wollte.


Ich bin Mutter, alleinerziehend, in Patchwork, was sich noch ein wenig sortieren muss, bin Teilzeit berufstätig und Studentin. Die Meisten bewundern, dass ich das aus- und durchhalte. Es ist auch viel, oft auch zu viel. Aber irgendwie klappt es immer.

Ob ich das auch immer so ganz auf mich allein gestellt schaffen würde, weiß ich nicht, wage ich aber zu bezweifeln. Vielmehr sind es meine Eltern, die mir immer und immer wieder Möglichkeiten einräumen, mich unterstützen und für mich da sind.

Und meine Kinder lieben ihre Großeltern!

Oft ist es fast so, als wären sie die zweiten Eltern. Mit anderen Regeln, versteht sich. Von der ersten Sekunde waren sie dabei, waren Teil der Erziehung meiner Kinder. Bei der zweiten Geburt war sogar meine Mutter im Kreißsaal und hat die Nabelschnur durchgeschnitten.

Oft erlebe ich Familien, bei denen es gar keine Großeltern gibt oder diese weit weg wohnen. Oder auch, in denen der Kontakt einfach nicht der Beste ist. Das ist schade.

Für mich wäre das undenkbar.

Ob ich mal Zeit für mich brauche, arbeiten muss, obwohl die Kinder krank sind, abends zur Vorlesung gehe oder einfach mal putzen muss, Oma und Opa sind zur Stelle und verbringen Zeit mit den Kindern.

Und ist der zeitliche Einsatz mal geringer, vermissen beide Seiten das direkt.

„Mamaaaaa, wann kann ich denn noch mal bei Oma und Opa schlafen?“ ist ein geflügelter Satz bei uns. Manchmal glaube ich, würde ich sagen „Ihr dürft bei Oma und Opa einziehen!“ würde es laute Hurraaaah-Rufe regnen. Ja, die Liebe zwischen diesen 4 Menschen ist groß, unzertrennlich.

Großeltern erziehen anders, sind gelassener und haben eben einfach mehr Zeit. Meine Eltern stehen sogar noch am Ende ihres Berufslebens und haben dennoch bereits diese Gelassenheit, die man als Mama oder Eltern oft nicht hat. Sie erzählen stundenlang Geschichten über Dinge, die die Kinder interessieren. Und bei ihnen hören die Kinder auch gebannt zu. Sie basteln und spielen, sie toben und kuscheln. Da wird der Haushalt dann mal Haushalt gelassen, denn das kann ja erledigt werden, wenn die Kinder wieder weg sind.

Ich bin dankbar, dass meine Kinder diesen Luxus erleben dürfen. Auch von der väterlichen Seite aus gibt es eine engagierte Oma, die gerne unterstützt. Verständlicherweise sind meine Eltern mir näher und daher auch oft näher dran an allem.

Für Kinder ist es, meiner Meinung nach, unglaublich wichtig, auch verschiedene Erziehungsstile kennenzulernen, damit umzugehen und klar zu kommen. Bei getrennt lebenden Eltern ist das ja sowieso der Fall, es gibt eben zwei „Welten“, auch wenn man erziehungs-technisch ähnlich tickt. Der Wochenend-Papa wird sich nie so durchsetzen, wie die Alltags-Mama. Und das ist auch irgendwie gut so. Und dann gibt es eben wundervolle Großeltern, die einfach andere Dinge erlauben. Und auch das ist gut so, auch wenn es mich manchmal zur Weißglut bringen kann.

Kinder können das unterscheiden. „Was ich bei Oma darf, darf ich bei Mama nicht immer machen.“, das geht! Kindern sollte man so etwas auch mal zutrauen – und sie nicht davon fernhalten, weil sie eventuell ein Schoko-Bonbon zu viel naschen. Es erweitert ihren Horizont, da bin ich mir ziemlich sicher!

Kürzlich waren Oma und Opa auf dem Friedhof mit den Kindern, das Grab vom Uropa schön machen. Am Ende bekam ich zu hören, wie spannend das war und das es dort Kriegsgräber gibt und wie alt der Friedhof schon ist. Das hat mich gerührt. Hätte ich das mit den Kindern gemacht, wäre die Zeit sicher nicht schlechter gewesen, aber ich hätte sicher nicht die Muße gehabt, ihnen dabei noch so viel mit auf den Weg zu geben.

Für meine Kinder wünsche ich mir keine anderen Großeltern, sie haben die besten auf der Welt. Und ich hoffe, dass auch durch Höhen und Tiefen der nahenden Pubertät oder anderen Entwicklungen dieses Band nie zerstört wird.

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3 Kommentare

  1. WOW! Das ist ein wunderschöner Bligbeitrag und die Großeltern werden sich bestimmt auch riesig freuen, ihn zu lesen! Meine Eltern wohnen leider 2,5 h von uns entfernt 😩😩 und ich finde das auch sooooo schade! Lieben Gruß Tini

  2. Vesna sagt: Antworten

    Wie schön – genießt die Zeit miteinander!

  3. Hallo,
    ein sehr schöner Artikel!

    Ich komme aus Frankreich und meine Kleine kann leider nicht ihre Grosseltern „einfach so“ sehen, sondern nur über Skype.

    Das schlimmste ist aber für mich, dass meine Oma meine Tochter nicht so oft sehen kann. Sie bedeutet mir so viel, weil sie so eine tolle Oma für mich war (deswegen spricht mich Ihr Artikel so an). Zum Glück kann ich ihr jetzt Bilder von meiner Tochter jeden Tag unmittelbar schicken (ich habe ein super Bilderrahmen entdeckt, der ohne Internetverbindung funktioniert, von Familink Deutschland – https://www.facebook.com/familink.de/ ) : sie sieht meine Kleine wachsen, sie ruft mich dazu an… Wir telefonieren sehr oft und ich tue sie immer auf Lautsprecher damit meine Tochter ihre Stimme hören kann. So habe ich das Gefühl, ihr ein bisschen was zurück zu geben, von was sie mir gegeben hat.

    Und zum Glück wohnen ihre Deutschen Grosseltern in der Nähe. 🙂

    Grüsse

    Claire

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