Kurztrip nach Domburg – warum es sich immer lohnt, auch nur einen Tag am Meer zu verbringen.

Ich hab‘ ja hier schon mal berichtet, wie wichtig kleine Fluchten sind, vor allen Dingen als Erwachsene in einer Familie – oder wie in unserem Fall Patchworkfamilie. Letztes Wochenende ging es allerdings für die ganze Bande nach Domburg – für einen Tag! Anlass war der Geburtstag meines Papas, den er dank eines Weihnachtsgeschenks von uns gemeinsam mit meiner Mama an der schönen Nordsee verbrachte. Wir merkten schnell, dass er ein wenig traurig war, dass er dann an seinem Geburtstag nicht seine Enkelkinder sehen wird. Auch wenn er sich natürlich sehr über das Geschenk freute.

Kurzerhand überlegten wir, ihn in dem Glauben zu lassen, aber dann als Überraschung am Geburtstag selbst dort zu erscheinen. Die Mission glückte sogar total und meine Mama war die erstaunlich beste Komplizin in der Sache. Mein Vater hatte keinen Schimmer! Umso größer war dann die Freude als wir uns mittags auf der Düne vor Domburg „zufällig“ trafen. 😉

Weil es ein scheinbar beliebtes Wochenende war, fanden wir keine passende und bezahlbare Unterkunft für uns 5 (ist ja auch eine blöde Zahl!) und entschieden uns, morgens hin und abends zurück zu fahren. Da wir ja im Kölner Raum wohnen, sind wir recht nah dran und nach knappen 3 Stunden Fahrt  dann am Meer. Die Kinder lieben glücklicherweise Autofahren und das sogar ohne Auto-TV oder sonstigen SchnickSchnack. Meist reicht ein Hörspiel, der LEGO-Katalog und eine Mütze Schlaf! Echte Auto-Urlaubs-Kinder!

Warum es sich immer lohnt, auch nur einen Tag am Meer zu verbringen:

Auch wenn es am Ende des Tages 6 Stunden Fahrt insgesamt waren, fühlten wir uns abends im Bett irgendwie erholt. Die Meeresluft hatte uns durchgepustet und der Sand hing noch an den Schuhen. Es fühlte sich an, als wären wir mindestens zwei Tage weg gewesen. Großartig! Das Urteil der Kinder fiel ähnlich aus, neben der Überraschung für den geliebten Opa, sagten sie einstimmig und rotbäckig, was für ein schöner Tag das war. Ach ja, und die Frage, ob wir das jetzt öfter machen können, kam gleich hinterher. Ich denke, das werden wir durchaus noch mal machen!

Vielleicht mal so ein paar Kostenfakten (finde ich immer interessant): was kostet so ein Tag Domburg?

Uns hat es ca. 45,00€ an Spritkosten verursacht. Klar ganz genau genommen, müsste man noch die Abnutzung des Autos rechnen, aber da bin ich jetzt mal nicht so. Also, sind es ca. 9,00€/Person an Reisekosten. Das Parken ist in Domburg von November bis April kostenlos, so dass dafür keine Extra-Kosten angefallen sind. Aber auch im Sommer gibt es ein paar abgelegenere Parkplätze, die kein Geld kosten. Oder man sucht sich eins der anderen netten Örtchen (Dishoek, Westkapelle, Ostkappelle) aus, die nicht so touristisch sind wie Domburg, aber wir mögen es dort einfach sehr.

In Domburg selbst und am Strand gibt es zahlreiche Möglichkeiten zum Essen gehen. Es ist nicht alles günstig dort, aber zumindest findet man auf allen Speisekarten auch kleinere Portionen bzw. Kindergerichte. Wir machen es aber meist so, dass wir uns alle zusammen 2-3 Dinge teilen, denn irgendwer hat immer gerade nicht soo einen Hunger und würde die Hälfte stehen lassen. Man kann ja zur Not immer noch etwas nachbestellen, besser, als etwas zurück gehen zu lassen. Zudem schleppe ich immer (!!!), wenn wir unterwegs sind eine Snackbox mit mir herum, meist mit Obst gefüllt. Wenn sie nicht schon auf der Autofahrt geleert wurde, ist man dann spätestens beim plötzlichen Hungeranfall gut gerüstet. Fürs Essen und Trinken kann man sicher so 20€ pro Person rechnen, dann ist ein Kaffee und ein Eis auch noch drin. Also kommen wir dabei auf ca. 100€ für uns alle.

Wir, besser ich, hatten dieses Mal blöderweise die Schaufeln zuhause vergessen (wir haben ja nur ca. 7 Stück in der Garage…) und somit investierten wir in zwei Neue, die mit 15€ insgesamt zu Buche schlugen. Aber das war ja auch eigene Blödheit!

Ich denke, man kann ganz großzügig gerechnet mit 150-180€ als fünfköpfige Familie einen tollen Tag am Meer verbringen. Hört sich erst Mal viel an, aber wenn man darüber nachdenkt, wie schnell man 30-36€ pro Person, auch ohne das Meer zu sehen, ausgeben kann, dann ist das alles wieder relativiert!

Was macht man denn einen Tag in Domburg bzw. an der holländischen Nordsee?

Och… da sind ja keine Grenzen gesetzt, aber hier mal ein paar Möglichkeiten für einen Tag, wenn das Wetter mitspielt:

  • Sandburgen bauen ohne Ende (Schaufeln einpacken 😉 oder welche kaufen und sich ärgern, so wie wir)
  • Am Strand spazieren und die weiteren Strand-Lokale erkunden. In beide Richtungen finden sich im Abstand von 20-30 Minuten Fußmarsch immer wieder die bekannten Strand-Pavillons
  • Muscheln sammeln (geht immer)
  • schwimmen gehen (für Mutige auch im März möglich)
  • Fußballspielen auf Sand
  • Beachball spielen (was sonst)
  • Picknicken am Strand
  • Die netten Lädchen von Domburg erkunden
  • Drachen steigen lassen (Wind vorausgesetzt)

Und wenn das Wetter schlecht ist?

Zunächst: schlechtes Wetter gibt es am Meer doch nicht so richtig, oder? Aber gut, wenn es aus Eimer schüttet, hilft auch die beste Kleidung nichts. Man kann aber immer:

  • Kartenspiele in den Strand-Pavillons spielen und dabei aufs Meer schauen (die sind meistens sehr gemütlich eingerichtet)
  • einen Halt im Ort Veere machen, dort gibt es neben dem süßesten BonBon-Laden ein paar nette Cafés und einen Dille&Kamille-Store
  • einen Ausflug nach Middelburg machen, denn neben dem langen Jan (dem Kirchturm) gibt es auch hier wieder nette Geschäfte zum Bummeln, nette Cafés und Restaurants
  • das Deich- und Kriegsmuseum in Westkapelle besuchen (für Kinder auch echt interessant)
  • und wenn es gar nicht mehr aufhört zu regnen, dem Meer kurz „Hallo“ sagen und auf dem Rückweg lieber einen ausgedehnten Halt in Antwerpen machen, hier lest Ihr über meine Liebe zu Antwerpen

Also natürlich macht es Sinn, sich einen Tag heraus zu picken, an dem wunderbares Wetter angesagt ist, dann macht das alles natürlich noch mehr Spass! Wir hatten dieses Mal Glück, auch wenn es ganz kurz genieselt hat.

Was solltet Ihr denn auf jeden Fall einpacken? (damit es Euch nicht so geht wie uns)

  • Schaufeln, Eimer, Förmchen (je nach Alter der Kinder eben)
  • einen Ball, Beachball oder oder
  • einen Drachen
  • eine Decke zum bequemen Sitzen
  • ein Kartenspiel o.ä.
  • kleine Snacks und Trinkflaschen für alle
  • Sonnencreme (man weiß nie…)
  • Mützen (auch dünne, wenn es wärmer ist, der Wind kann manchmal auf die Ohren gehen)
  • Wechselsachen (also zumindest Socken, Schuhe, Hose – so eine Welle kommt manchmal sehr plötzlich beim Burgen bauen oder Muscheln sammeln)
  • Hörspiele, Bücher, LEGO-Kataloge für die Fahrt 😉

Damit, so glaube ich, habe ich die wichtigsten Fakten für einen Tag in Domburg zusammengefasst. Demnächst gibt’s auch noch mal ein kleiner Guide mit Restaurant-Tipps, guten Cafés, Hotels, Campingplätzen und den besten Strandpavillons.

Interessieren Euch solche Beträge mit kleinen Tipps? Hinterlasst mir doch einen Kommentar bei Anregungen oder Kritik.

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