Frühling, oh Frühling! Zeit für Veränderung…

…so oder so ähnlich fühle ich mich oft im Frühling.

Der Winter war lange, furchtbar lange – und das Schlimmste: noch nicht mal richtig kalt! Sondern einfach nur grau und nicht weiß mit schönem Himmelsblau. Denn mal ehrlich, so einen Winter fänden auch die schlimmsten Winter-Gegner toll. Aber Pustekuchen! Grau, grau, grau, an den Weihnachtstagen viel zu warm und überhaupt: warum konnten wir dieses Jahr bitte keinen Schneemann bauen?

Genug gejammert. Jetzt ist ja Frühling. Auch an einem etwas graueren Tag, wie es heute der Fall ist, spürt man den Zauber dieser Jahreszeit. Die Daunenjacke weicht dem Trenchcoat. Hach, und der leichten Lederjacke. Vom Jeansjäckchen ganz zu schweigen. Oder einfach mal nur eine grobe Strickjacke überwerfen. Oh, Frühling, ich mag Dich.

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Aber neben der Tatsache, dass man immer wieder und überall schöne Blumen vor Himmelsblau entdeckt und alle Bäume sich wieder sommertauglich machen und von (gefühlt) jetzt auf gleich grüne Blätter aufweisen, regt der Frühling bei mir auch immer den Drang nach Veränderung. Veränderung in der Form, dass ich darüber nachdenke, was dieses Jahr noch so passieren wird. Was werden meine Highlights sein, was erreiche ich, was tue ich gegen bloßes Tages-Dahingeplätscher, wo fahren wir im Sommer überhaupt hin, ach, und werden wir Weihnachten schon in neuen vier Wänden wohnen?

Gerade habe ich das Gefühl hunderttausend Dinge gleichzeitig zu machen und davon nichts richtig. Und dann liebsten würde ich mich doch einfach auf eine Parkbank in die Sonne setzen und nichts tun. Aber Joggen wollte ich auch mal wieder, ach ja und vom Nähen ganz abgesehen. Das Kinderzimmer müsste gestrichen werden  – und, wann war noch mal der Flohmarkt, bei dem ich mitmachen wollte? Ach so, Detox, ja, eine Detox-Kur, die wäre auch mal wieder fällig. Wie bitte? Nur noch 14 Tage für die Hausarbeit über Meinungsfreiheit? Ich hab doch noch gar nicht angefangen. Den Schrank müsste ich auch mal wieder durchsortieren. Ach so, und was mache ich dann eigentlich am Ende beruflich?

Wo will ich eigentlich hin?

Ja, genau, wo hin geht’s? Kann mir das vielleicht Jemand mal endlich beantworten?

Die Entscheidung dafür würde ich so gerne an Jemanden abgeben, der Ahnung davon hat. Aber irgendwie sagen Alle, Du machst schon das Richtige. Es wird sich schon ergeben. Das findet sich schon.

What the f***?! Ich will es aber jetzt, genau JETZT wissen, was ich nächstes Jahr mache, wo ich stehe und was ich erreicht habe.

So, oder so ähnlich sieht es zur Zeit ganz oft in meinem Kopf aus. Danke, Frühling, an dieser Stelle, für dieses Gefühlschaos.

Betrachte ich mein bisheriges Leben, denke ich ganz oft. Häää? Warum habe ich das bitte so gemacht? Und nicht so? Viele Abzweigungen habe ich genommen, mich früh in etwas gestürzt, was Andere 10 Jahre später machen. Das Beste, was dadurch entstanden ist, bereue ich allerdings auf keinen Fall: meine beiden Kinder. Durch sie habe ich das Gefühl, alles schaffen zu können.

Aber etwas zu bereuen ist sowieso eine ungünstige Sache. Denn ändern kann man ja dann nicht mehr viel. Daraus lernen sollte man und es beim nächsten Mal eventuell etwas anders machen. Dennoch frage ich mich oft, und besonders zur Zeit, warum ich noch mal (und etwas ganz Anderes) studiere, warum ich nicht den geraden Weg gegangen bin, der doch scheinbar der Einfachere gewesen wäre. Aber wäre ich von dem Weg abgebogen, wenn ich wirklich glücklich und zufrieden war?

Jetzt gerade und im Moment bin ich aber müde. Müde vom ewigen Weiterentwickeln und verändern. Und habe nur noch das Gefühl, da jetzt durch zu müssen. Und vor allem: das Gefühl, etwas ganz Anderes machen zu wollen. Da ich nicht der geduldigste Mensch bin, fällt es mir natürlich besonders schwer, darauf zu warten, was sich fügt. Aber vielleicht lehne ich mich auch einfach mal zurück und genieße den Frühling. Und den nahenden Sommer. Ja, und warte mal ab. Warte auf das, was kommt.

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