Ich bin dann mal weg! Der reizvolle Gedanke, einfach mal abzuhauen.

Einfach aussteigen
ANZEIGE Dieser Beitrag ist in Kooperation entstanden. Die Meinungen, Texte und Ideen sind dabei meine eigenen.

Es gibt so Tage, ach, was sage ich, Wochen, die so richtig an einem zerren können. Stress, schlechte Emotionen oder der Druck der Verantwortung nagen dann an einem und da gibt es immer mal wieder einen sehr impulsiven Gedanken: ich hau‘ jetzt einfach ab!

Mir geht es manchmal tatsächlich so und dann kommt diese impulsive Lust darauf, alles hinzuschmeißen und einfach mal auszubrechen aus dem Alltag. Nur das Nötigste im Gepäck und ab durch die Mitte. Raus aus der Komfortzone und weg mit all‘ dieser Verantwortung.

Vielleicht hat es mit dem zunehmenden Alter zu tun und einer Art der Midlife-Crisis, die sich anbahnt, aber der Drang nach Abenteuer und anders leben, ist stärker als zuvor. Und dann im nächsten Moment doch wieder nicht. Es ist natürlich auch recht naiv gedacht, dass alles besser/einfacher/schöner ist, wenn man diesen Alltag nicht hat. Auch dann müsste man finanzielle Mittel haben, krankenversichert sein, Essen zubereiten können und einen Platz zum Schlafen. Aber kennt Ihr diese Filme oder Dokumentationen über Aussteiger? Das kommt einem dann doch vor wie DAS, was man unbedingt auch möchte.

Manchmal frage ich mich, ob ich die Chance verpasst habe, mit den Kindern, als sie noch nicht schulpflichtig waren, die Welt zu bereisen. Gerade, wenn man Plattformen wie Instagram oder Facebook nutzt, sieht man sie immer wieder: Familien, die gefühlt ein Jahr lang an den schönsten Plätzen dieser Welt sind. Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, da kommt kein Neid bei mir auf. Aber dann denke ich darüber nach, wie viel Geld so etwas kostet – und klar, es ist es absolut wert! – und dann fällt mir ein, dass es einfach nicht möglich gewesen wäre.

Ein guter Freund von mir hat mal gesagt, er bereut nie etwas. Denn das würde Situationen nur sehr schwer ertragbar machen. Da hat er Recht, aber ich bereue schon, Zeiten nicht anders genutzt und Möglichkeit nicht besser ausgeschöpft zu haben.

Glücklich sein

Also, denken wir mal darüber nach: ich bin dann mal weg!

Ich habe in meinem bisherigen Leben „nur“ 8 Monate im Ausland gelebt. Das war mein Auslandssemester in Bozen, im wunderschönen Südtirol gelegen. Großartige, von mir immer wieder glorifizierte, Zeit! Wie gerne würde ich mich ab und an noch mal für ein paar Tage in diese Zeit zurück beamen. Wusste ich doch damals gar nicht so zu schätzen, was ich da erlebe! Wenn man jung ist, denkt man: da gibt es noch so viele Optionen, das ist erst der Anfang. Aber irgendwann da lenkt sich das Leben in gewisse, und auch schöne, Bahnen, die einen Rahmen stricken. Ja, und dann, ist man meist ein Stück weit festgefahren. Mit einem Haus, Kindern und einem Job in einem Anstellungsverhältnis erscheinen einem die Möglichkeiten recht begrenzt. Aber genauso wollte man es doch auch. Eine bewusste Entscheidung für ein Leben als Familie bringt das nunmal mit sich, dieses Korsett aus Verantwortung und einem meist gleichbleibenden Alltag.

Aber jetzt mal so rein als Gedankenspiel: alles auf Minimum reduzieren und woanders leben – ja, und auch ganz anders leben. Denkt Ihr über so etwas auch schon mal nach?

Bei uns steht das aktuell überhaupt nicht zur Debatte, alleine aus dem Grunde der Patchwork-Konstellation und der Rücksichtnahme auf die Ortsgebundenheit des jeweils anderen Elternteils, aber der Gedanke, einen Ausbruch aus dem Jetzt und dem Alltag mal zu planen, der ist da.

Und planen, das kann man ja mal, oder? Die wichtigsten Möbel und Lieblingsstücke schon mal in Gedanken von den eher unwichtigen Dingen trennen – und ein wenig herum spinnen. Schließlich kann aus so einer Spinnerei ja auch mal etwas Konkretes werden. Ich könnte ja schon mal eine gute Umzugsfirma finden, schon mal anfangen, auszumisten und mal recherchieren, wie man das so macht mit dem Aussteigen. Was meint Ihr?

Sein Glück im Jetzt und im Alltag finden

Unabhängig von einer eventuellen Möglichkeit, eines Tages sein Leben zu verändern oder den Lebensmittelpunkt gegen einen ganz anderen zu tauschen, sollte man sich immer vor Augen halten, was man gerade hat. Denn überall steckt Glück drin! Echt jetzt!

Viel zu oft ertappe ich mich dabei genervt, gestresst und unglücklich zu sein, aber wenn ich dann den Blick heben und mal schaue, was ich für ein gutes Leben habe mit einer tollen Familie und superguten Rahmenbedingungen, dann spürt man es doch wieder: das Glück, was man hat. Es lohnt sich, glücklich zu sein. Dieser Zustand bringt so viel mit sich: Zufriedenheit, Selbstbewusstsein und Gesundheit. Denn glücklich sein, das hält gesund!

Ich werde den Traum von einem Leben in einem fremden Land immer mal wieder gedanklich durch spinnen, die Liste der Umzugsfirmen an einem guten oft aufbewahren und bis dahin einfach glücklich sein.

 

 

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