I’m a mom – and what is your superpower?

Jetzt mal ehrlich, mal so ganz ehrlich… manchmal kann ich einfach nicht Schritt halten im Mama-Takt.

Meine theoretische To-Do-Liste ist überdimensional lang.

Ich müsste eigentlich…

… täglich mit meinem Sohn etwas für die Schule tun, sind ja nur 20-30 Minuten (von wegen am Ende wird immer eine Stunde daraus!).

… ein Hobby für meine Tochter organisieren (ja, sie hat noch keins… ich Rabenmutter!).

… putzen oder zumindest saugen (mehrmals täglich nötig, leider!).

… Wäsche waschen und bügeln nicht zu vergessen (hab‘ ich erwähnt, dass ich Bügeln gar nicht mag!?).

… mich abschminken – oder anders: mich schminken, um mich gut zu fühlen, um mich dann auch abschminken zu können.

… mit den Kindern an die Luft gehen und viel Zeit draußen verbringen.

… frisch kochen.

… Sport machen.

… lesen – mit den Kindern und ohne, denn Lesen ist ja so wertvoll, nicht wahr?

… mal entspannen.

… ach ja, arbeiten, fast vergessen…!

Die Liste könnte noch länger werden, aber ich glaube, Ihr wisst, worauf ich hinaus will. Oder?

I’m a mom and what’s your superpower?

Ihr konntet ja hier lesen, was mich gerade gedanklich so beschäftigt und auch echt fertig gemacht hat. Die Suche nach der besten weiterführenden Schule, die zu meinem Kind passt, hat uns echt herausgefordert. Und mit uns meine ich auch wirklich meinen Sohn, denn auch an ihm ist das nicht spurlos vorbei gegangen. Es war eben nicht eindeutig bei ihm und man konnte nicht von vorne herein sagen „Du gehörst auf diese oder jene Schule.“. Naja, jetzt ist es halbwegs abgeschlossen, die Anmeldung ist durch, jetzt heißt es nur noch abwarten, ob er denn auch einen Platz dort bekommen hat. Am Ende wurde es ein klassisches, städtisches Gymnasium, für das wir uns entschieden. Und auch hier meine ich mit uns auch, und vor allen Dingen, Moritz! Denn schließlich wird er mit dieser Entscheidung am meisten leben müssen. Aber ich bin mir sicher: die Entscheidung war nicht falsch und er wird dort seinen Weg gut gehen können.

Ich habe als Mutter dabei so einen großen Druck empfunden, der auf mir lastete, dass mein Körper teilweise streikte. Ich denke, hier ist auch entscheidend, dass ich als hauptsächlich alleinerziehende Mama eben meine, alles besonders richtig machen zu müssen. Liegt sicher daran, dass man sich schlecht fühlt, seinem Kind überhaupt diese Situation bieten zu müssen, in der es eben nicht ganz normal Mama-Papa-Kind leben kann, sondern auch viel Flexibilität zeigen muss. Gerade nach den 14-tägigen Papa-Wochenenden, merkte ich immer, wie viel es doch von so einem noch jungen Menschen verlangt, sich immer und immer wieder umstellen zu müssen. Da die Kinder nun mal zu 95% bei mir und meinem Freund leben, ist es auch einfach meine Aufgabe, die schulische Seite abzudecken, zu unterstützen, am Ball zu bleiben und auch das organisatorische Drumherum hinzubekommen.

Jetzt ist hinter diesem Thema also ein erster zarter Haken. Aber das Rad dreht sich ja weiter. Nachdem es Zeugnisse gab, standen schon wieder die nächsten Tests (haben wir früher auch so viele geschrieben?!) an. Das Schulsystem sorgt weiterhin dafür, dass Zuhause einiges nachgeholt werden muss, was in den ersten beiden Jahren falsch eingeprägt wurde. Ich sag nur „unt plözlich kahm da diese Rächtschräibung“. Während mir im Gespräch mit der Klassenlehrerin mitgeteilt wird, dass schon die halbe Klasse weiß, was für eine strenge Mama ich wohl sein und wie fleißig wir etwas für die Schule tun, denke ich nur „Mist, jetzt haben wir wieder einige Tage nichts getan für die Schule!“. Nur am Rande: natürlich habe ich meinen Sohn gefragt, warum er denn denkt, ich sei so streng – oder was ihm daran nicht gefällt. „Ich habe einfach nur das Gefühl, die Anderen müssen nicht so viel tun, Mama!“. Und um dem ganzen einen Rahmen zu geben: wir machen 2-3 mal die Woche vielleicht 20-30 Minuten etwas für die Schule, seien es Hausaufgaben, die in der Betreuung nicht fertig geworden sind oder eine Vorbereitung auf einen angekündigten Test.

Und wenn man meine theoretische To-Do-Liste oben noch mal anschaut, gibt’s eben parallel noch so viele Dinge, die erledigt werden müssten. Paula ist 5 und kommt im Sommer in die Schule (hier lest Ihr darüber genauer), noch kann sie nicht schwimmen bzw. die Seepferdchen-Prüfung müsste mal angegangen werden und auch nicht richtig Fahrrad fahren. Ach ja, und einem Hobby geht sie auch nicht nach. Höre ich andere Mütter, wann die Kinder Ballett, Chor und Co. wahrnehmen, dann bekomme ich ein richtig schlechtes Gewissen. Aber sie fordert es auch nicht, dafür schreibt sie schon gerne, malt leidenschaftlich, beschäftigt sich gerne mit Rollenspielen und ist natürlich so oder so ein großartiges Kind. Aber wisst Ihr was ich meine? Wie bekommt man das alles unter einen Hut? Wie wird man dem allen gerecht?

Der Versuch beim Kindertanzen Fuß zu fassen, ist ja direkt gescheitert – hier lest Ihr darüber, wie diese Situation für uns war. Danach dachte ich dann „Na, und, dann ist es eben so, dann ist sie noch nicht so weit!“. Und das denke ich auch immer noch, nur plagt mich ganz oft das schlechte Gewissen, dass sie zu kurz kommt, weil das Hobby und die Schule des Ersten schon so viel Raum einnimmt.

Ja, und zu all‘ dem kommen dann eben Sachen, wie: Haushalt, mein Halbtagsjob, meine Blog, mein eigener Anspruch immer frisch und gut zu kochen…

Vielleicht ist es die Frühjahrsmüdigkeit, vielleicht ist es der große Schritt, der vor beiden Kindern liegt (also Schulwechsel und Schulstart), vielleicht ist es aber auch der äußere Druck, der sich gerne aufbaut, aber ich bin einfach sehr oft an dem Punkt, an dem ich mich frage „Woher nimmst Du die Kraft für all‘ das und woher bekommst Du bitte noch ein wenig mehr davon?“.

Jetzt möchte ich hier gar nicht einfach nur herum heulen und sagen, wie schwer das doch alles ist, sondern dazu aufrufen – denn das tut mir immer besonders gut – die Dinge auch einfach mal laufen zu lassen. Den Haushalt mal einen Tag sich selbst zu überlassen und diesen Tag zu nutzen, mal so ohne Hausaufgaben, ohne besonders gekochtes Essen, ja, und auch ohne Smartphone und Instagram und den Blog und so. Wir haben damit angefangen und einen Familientag eingerichtet, meist landet dieser auf dem Mittwoch. An dem Tag gibt es einfaches oder Fertig-Essen, Gesellschaftsspiele, ausgiebiges Kuscheln oder was uns noch so in den Sinn kommt. Und an diesem Tag wird sogar manchmal vor dem Fernseher gegessen! Solche Ausnahmetage brauchen wir Erwachsenen, genauso wie die Kinder, denn sie geben uns Kraft und machen einfach glücklich. Und dann klappt das mit der Superkraft auch wieder etwas besser!

Folgt mir doch auch hier:

3 Kommentare

  1. Hey Sarah, ein wieder einmal unglaublich wahrer Beitrag, der mir wie sicher vielen anderen aus der Seele spricht. Immerhin konzentriere ich mich mit dem Super-Essen auf das Wochenende und beruhige mich damit, dass die Kinder in der Kita viel frisches Essen und regelmäßig Obst bekommen. Aber Fahrradfahren- und Schwimmenlernen schwebt mir auch zur Zeit im Kopf herum. Allerdings bleibt dafür ja fast nur das Wochenende, denn wohin solange mit dem Knirps von 1,5 Jahren!?
    Manchmal mache ich aus „Staubwischen“ ein Spiel 😉 mal sehen, wie lange die zwei das noch mitmachen… und ein Picknick im Wohnzimmer machen wir auch hin und wieder. Ich finde es toll, unser Familienleben manchmal etwas aus der Reihe tanzen zu lassen 🙂
    Liebe Grüße, Janina

    1. wp.priseliebe.adm sagt: Antworten

      Liebe Janina, ja, die Vereinbarkeit von zwei unterschiedlich alten Kindern mit unterschiedlichen Interessen kenn ich echt gut. Es ist zeitlich ein Drahtseilakt und manchmal einfach anstrengend. In der Tat mache ich öfter auch mal das Putzen zum Spiel. Zum Glück ist der Große sowieso gerne ordentlich und die Kleine findet Putzen noch spaßig. 😉
      Liebe Grüße,
      Sarah

  2. Die Behauptung, dass die schulische Leistung von der Mitarbeit der Elternhäuser abhängt, ist im Westen keine Koinzidenz oder eine zufällige Korrelation, das ist eine nachweisbare Kausalität. Die Hausaufgabenbetreuung ist Sache der Eltern. Sind beide berufstätig und arbeiten in Vollzeit, dann wird es im Westen schwierig mit der nachmittäglichen Betreuung. Die Ausnahme bildeten Gesamtschulen, die laut Schulgesetz verbindlich im gebundenen Ganztag arbeiten müssen. D.h.: Entweder an 5 Tagen bis 15:00 Uhr also 7 Unterrichtsstunden plus 60-minütiger Mittagspause oder an mindestens 3 Tagen bis 18:00 Uhr also 8 Unterrichtsstunden plus Mittagspause. An Schulen im gebundenen Ganztag dürfen deshalb (in NRW) auch keine Hausaufgaben aufgegeben werden. Entsprechende Übungs- bzw. Lernzeiten sind im Stundenplan verbindlich zu verankern.

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