Mutti hat ein Date. Teil 3.

Es ist wieder soweit und die Serie „Mutti hat ein Date.“ geht weiter! Es darf wieder gelacht werden

…oder auch der Kopf geschüttelt. Und vielleicht ist es diesmal gar nicht nur komisch, aber lest einfach selbst. Ganz viel Spass damit! Teil 2 ist hier und Teil 1 hier zu finden.

Mutti hat ein Date. Teil 3.

Also, nach zwei Nieten auf dem Dating-Markt ging es erst mal zögerlich weiter. So richtig Lust auf weitere Dates hatte ich gar nicht.

Gut, ich könnte sicherlich von einem jungen Mann mit zwei Kindern und einer komischen Ex-Beziehung erzählen, der gerne kurzfristig absagt. Oder auch vom Architekten, der schon am Telefon so anstrengend war und sicher einfach nur mal Jemandem brauchte, bei dem er sich über seine Ex-Partnerin ausheulen konnte. Und auch von vielen eindeutigen schriftlichen „Angeboten“, die da so bei Tinder eintrudelten, wenn man doch eigentlich „nur“ einen tollen Mann suchte, aber das ist alles nicht so interessant, wie die Geschichte, die ich Euch heute erzählen möchte.

Ich hatte ein Match mit einem Kerl. Die digitale Konversation lief zwar etwas schleppend, aber sie lief so nebenbei. Eines Abends, als ich eigentlich verabredet war und eine kurzfristige Absage erhielt (genau, der Kerl…siehe oben), schrieb ich ihn spontan an und dachte mir nichts dabei (ich sag ja, mehrere Eisen im Feuer…). Wer sollte schon so spontan sein…?! Zumal die Entfernung Minimum eine Stunde betrug und wir schon Abend hatten. Aber kinderfreie Abende müssen einfach genutzt werden, finde ich. Entweder zur Entspannung oder zum Vergnügen. Aber wenn ich ja eins nicht mag, dann ist das, wenn sich Planungen ändern. Und Ihr wisst noch gar nicht, wie sehr ich bei diesem speziellen Kandidaten damit auf die Probe gestellt wurde…

Zunächst war er aber wirklich spontan und schickte mir eine laaaaange Sprachnachricht. „Ok, der kann nicht.“ dachte ich mir und war irgendwie auch erleichtert, komischerweise. Aber die Nachricht erhielt nur eine etwas ausführlichere Antwort für „Ja, also, ich würde dann mal nach Köln kommen. Soll ich?“.

Er sollte. Und etwa 2 Stunden später hatten wir dann also ein Date.

Da ich mich ja bereits auf eine andere Verabredung eingestellt hatte, war ich bestens vorbereitet und konnte so „spontan“ sein.

Ich kam zum abgemachten Treffpunkt (ein großer Freund von diesen Blind-Date-Begegnungen werde ich nie so wirklich werden) und wir begrüßten uns sehr herzlich. Da war direkt Sympathie. Ehrlich und ganz natürlich. Kannte ich bisher ja vom Dating-Markt so noch nicht.

Es folgte ein Abend, der 8 Stunden dauerte (meine Augenringe am nächsten Tag im Büro reichten bis nach Meppen, mindestens!). Wir wurden schon aus dem Restaurant, in dem wir zum Essen waren, herausgekehrt und hatten wirklich viel Spaß. Wobei das sogar zu flach beschrieben wäre, wir haben uns einfach unglaublich gut unterhalten. Da gab es keine langen Pausen oder sonstige peinliche Momente, in denen man sich wünscht, der Babysitter ruft an und sagt „Du musst bitte sofort kommen!“(kann man auch super vortäuschen als alleinerziehende Mutter, es muss ja auch Vorteile haben…). Das war also wirklich besonders!

Die Verabschiedung bei Morgendämmerung war genauso nett, wie der Abend es war. Und ziemlich schnell war klar: das wiederholen wir!

Ich kann gar nicht mehr sagen, wie viel Zeit verging, bis wir uns wiedersahen. Aber ich denke, eine Woche später fuhr‘ ich also aus Köln in Richtung Er zu einem weiteren Date. Ich freute mich richtig auf ein Wiedersehen – und sollte auch noch nicht mal enttäuscht werden. Es war ein weiterer schöner Abend mit viel Inhalt und wenig Unwohlsein. Und auch zu sehen, wie der Er wohnte, war für mich eine Bestätigung dafür, dass es diesmal mal keine Niete sein und das irgendwie passen könnte. Schließlich hatte er auch einen Anhang in Form von Kindern, der ihn natürlich sehr offen dafür sein ließ, dass ich nicht die ungebundene Single-Frau war. Aber gut, meine Kinder sollten noch lange keinen Wind davon bekommen.

Wieder bekam ich also zu wenig Schlaf und war aber um einige interessante Unterhaltungen reicher. Von da an trafen wir uns regelmäßig. Wir verbrachten ganze Wochenenden gemeinsam und unternahmen viele Dinge. Kino, Konzert, Spaziergänge samt Hund, Ausflüge – ich muss sagen, es war wirklich keine schlechte Zeit, die ich an den kinderfreien Tagen verbrachte.

Aber ja… wie soll ich es am besten ausdrücken…?

Hätte ich bei Tinder nach dem besten Kumpel schlechthin gesucht, wäre die Suche erfolgreich gewesen. Sehr sogar! Aber trotz der Tatsache, dass wir uns sehr mochten, blieben die Annäherungsversuche eher gering. Auch von meiner Seite.

Irgendwie störte mich das zunächst gar nicht. Was mich aber störte, war das von seiner Seite aus oft künstliche „Auf-Abstand-Halten“ – oder nein, so ist es falsch formuliert. Es war eher ein ständiges Spontan-Sein-wollen und  ein auf-gar-keinen-Fall-eine-feste-Planung-haben-wollen. Ok, wenigstens blieb er sich treu, wenn man darüber nachdenkt, wie spontan das erste Date stattfand. Und meine anfängliche „Spontanität“ hatte sicher getäuscht und ihn hoffen lassen, ich sei da eher unverbindlicher Natur.

So hatte unser Kontakt die ganze Zeit gewisse Lücken, die mich natürlich störten, über die ich aber total entspannt und cool (man, war das eine Qual für mich…) hinweg sah. Schließlich waren die Zeiten, die wir dann gemeinsam verbrachten, immer wieder sehr intensiv und für mich in diesem Moment eine unglaubliche Bereicherung. Ich redete mir ein, dass „Weniger, aber besser“ die Devise sei, sprang über hohe Schatten und folterte mich selbst, in dem ich mich dann auch tagelang nicht meldete, wenn der Er sich nicht rührte. Tat er das dann doch, tat ich cool und hatte eben auch mal keine Zeit.

Mal kurz dazwischen erwähnt und noch mal deutlich gesagt: ich kann das nicht. Ich bin zwar gerne spontan, bin aber nicht gut darin. Ich weiß gerne, woran ich bin und möchte mich verlassen können. Wenn nicht auf Andere, dann auf mich selbst. Das Ganze kam damit ins Wanken, aber so etwas von.

Dann kam ein Abend, den wir sogar geplant hatten. Und ehrlich gesagt wusste ich schon, dass das kein gutes Zeichen sein kann. Aber wahr haben wollte ich es nicht. Meine Freude hielt sich dennoch in Grenzen, einfach weil ich Angst hatte, versetzt zu werden.

Tja, und was kam dann…?

Genau, morgens ein Anruf mit einem fadenscheinigen Grund und der Absage dazu. Ich tat natürlich entspannt (was blieb mir auch anderes übrig?).

Blöd nur, dass ich die Theaterkarten besorgt hatte! Den ganzen Tag haderte ich mit mir und meiner Abendplanung. Kinderfrei, Theaterkarten… was mache ich? Ich war zu stolz, um Jemand anderen zu fragen, ob er Lust hat, mitzukommen. Und doch wollte ich nicht alleine gehen. Aber am Ende tat ich es.

Ich machte mich so schön wie für eine Verabredung und ging ins Theater. Ein Date mit mir selbst. Wohl fühlte ich mich nicht – und doch war dieser Abend entscheidend für mich. Ich trank einen Drink an der Theaterbar, fühlte mich dabei beobachtet (was natürlich nicht stimmte), dachte, dass jeder darüber nachdenkt, warum ich alleine bin. Besonders als ich dann im ausverkauften Theater neben dem einzigen (!) freien Sitz Platz nahm.

Immerhin war das Stück toll! Ich war für 2 Stunden weg von den Gedanken, wie blöd das alles ist. Erst als ich hinterher mit niemandem darüber sprechen konnte, fühlte ich mich wieder richtig doof. Aber egal! Ich wollte was erleben! Also tat ich noch etwas völlig Neues für mich (der erste einsame Theaterbesuch sollte nicht reichen): ich ging in einen Club, in dem eine meiner Lieblingsparties stattfand und verbrachte den Abend mit mir selbst. Tanzen, an der Bar stehen und was trinken – alles einsamer so alleine, aber weh tat es jetzt auch nicht. Durch diesen Abend kam ich auf jeden Fall zu dem Entschluss: lieber alleine, als gebunden zu sein an etwas Unverbindliches.

Doch der Er blieb seinem Verhalten treu und meldete sich immer wieder aus heiterem Himmel. Jedoch reichte mein Interesse nur noch für eine dahinplätschernde Konversation und ein Treffen, was meiner Meinung nach abschließend sein sollte.

So war es dann auch. Wieder war es sogar nett, aber ich war damit durch. Ich war natürlich auch in meinem Ego gekränkt. Den Typ wollte ich dann auch nicht! pfff.

Einige Monate und weitere plötzliche Kontaktaufnahmen später konnte ich sogar darüber lachen. Auch hier hatte etwas aufgehört, was niemals richtig angefangen hatte. Und auch wenn die gemeinsame Zeit qualitativ sehr schön war, ist es gut so. Mal ehrlich: das hätte doch nie gepasst!

„Ich bin frei erzogen und deswegen mag ich keine Planungen!“ – das sollte der Er in sein Profil auf Dating-Portalen übernehmen!

Vielleicht sag‘ ich ihm das demnächst mal, denn unser Kontakt ist weiterhin so sporadisch, wenn auch immer noch nett, geblieben. Ganz freundschaftlich natürlich! Auch wenn der Er in vielen kompliziert formulierten Versuchen deutlich gemacht hat, wie sehr er manches hätte aus heutiger Sicht anders machen wollen.

Jep, hätte er. Gepasst hätte das dennoch nicht mit uns.

 

 

 

 

 

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