Mutti hat ein Date.

Es ist Zeit für eine kleine Serie auf meinem Blog.

Mutti hat ein Date.

Erlebnisse als ehemalige Single-Mama auf dem Dating-Markt.

Der zweite Beitrag dieser Serie wird parallel auch auf dem Blog von Doris&Pauline mycutiepie in einer englischen Version erscheinen. Hier auf meinem Blog wird es dann immer wieder mal einen weiteren Teil des spannenden Dating-Lebens geben. Ich hoffe, Ihr habt Spass daran und könnt genauso lachen über manche Erfahrung wie ich (aus meiner jetzigen Sicht betrachtet zumindest, kann ich das).

 

Mutti ist Single. Ganz plötzlich im 5. Monat der Schwangerschaft. Alles etwas anders als geplant, aber nun gut.

Also, alles auf neu. Verheiratet und bald zweifach Mama, aber dennoch alleine. Das war erstmal ziemlich schwer zu verdauen. Denkt man in Schubladen, so werde ich sicher von den Meisten in eine hinein gepackt, die den Stempel „asozial“ und „arm“ oder ähnliches trägt, das war mein Gedanke. Aber zum Glück hatte ich ja eine Aufgabe, neben meiner beruflichen, vor allen Dingen die für 1, bald 2 Kinder da zu sein. Das hat mich gestärkt und mir immer wieder Mut gemacht. Und natürlich hatte und habe ich eine ganz tolle Familie und ganz wunderbare Freunde hinter und neben und bei mir stehen. Ohne die wäre vieles sowieso nicht möglich gewesen!

Aber nun zu dem Moment an dem ich mich dann doch irgendwann nach einem Partner sehnte. Meine Tochter war natürlich mittlerweile auf der Welt und ich soweit sortiert mit allen Dingen, dass ich dieses Dating-Kennenlern-Thema wieder an mich heranlassen konnte und wollte.

Aber wie geht man so etwas an? Mit 2 Kindern geht man natürlich auch nicht so viel raus in die Welt, um ständig jemanden – außer andere Eltern – kennenzulernen.

Nach einigen lustigen Abenden mit Freunden in den Clubs der Stadt (ok, es waren vielleicht zwei, aber die waren legendär) hatte ich zwar jede Menge Spass gehabt, aber noch nicht mal ansatzweise jemanden kennen gelernt, mit dem ich mich mal bei einem schönen Essen über etwas anderes, als die perfekte Windelmarke hätte unterhalten können.

 

So kam Mutti, also ich, dazu Dating-Portale zu testen. Tinder & Co – ich kenne sie alle!

Nein, Spass beiseite. Ich traute mich zaghaft dran und testete lediglich Tinder aus. 2mal und jeweils nur für 3-4 Wochen. Und ja, das reicht in der Tat für eine ganze Serie! Aber beginnen wir bei der ersten Testphase.

Sich bei Tinder anzumelden, ist ja ganz einfach. Mit Facebook verbinden, auswählen, welche Infos und Fotos man zeigen will und los geht’s das lustige Fotos nach links oder rechts wischen und das schnelle Entscheiden, ob der Mann was taugt oder nicht.

Um es kurz vorweg zu nehmen, Tesphase 2 hat ein Happy End. Aber nun zu den amüsanten Geschichten:

Ziemlich zu beginn lernte ich in der virtuellen Welt einen Mann kennen, der sich sehr engagiert zeigte in der Kommunikation und auf ein Treffen drängte. Er, Mitte 30, Professor, normal bis gut aussehend, schien schon fast zu perfekt. Ich war also skeptisch. Was sich auch als richtig heraus stellte. Aber erstmal sollten wir einen Kaffee gemeinsam trinken. In vielen sinnlosen Nachrichten pries er mir nicht nur seine High-End-Designer-Wohnung an, nein, natürlich auch – der schlaue Fuchs – seine super-geilo Kaffeemaschine. „Ganz wie in Italien…! Zeige ich Dir gerne mal.“ Aber nach langem Hin und Her kapierte auch er, das ein Treffen innerhalb seiner 4 Wände für mich absolut undenkbar war und ließ sich aufgesetzt beleidigt auf einen Coffee to go inklusive Spaziergang ein.

Im Grunde hätte es mir schon klar sein können. Der Typ war eine Niete. Dennoch machten wir ein Treffpunkt aus. Wiederum war ich dann so clever, einen Zeitpunkt mitten am Tag zu wählen, an dem mein Zeitfenster mehr als begrenzt war.

Und nun kam ich also an eine Ecke in einem schönen Stadtteil Kölns und wartetet auf den Herrn Professor. Betont lässig kam er, zwei Kaffee im Schlepptau. Und ganz ehrlich, wir hätten auch einfach direkt wieder „Tschüss“sagen können, zumindest ich. Er war da anderer Meinung. Höflich wie ich nun mal bin, gingen wir, tranken Kaffee und erzählten leeren Nonsens. Er malte auf, wie toll er ist. Ach ja, und seine Wohnung bräuchte mal dringend meinen innenarchitektonischen Ratschlag (nee… is klar, oder?). Und ich verruchte so wenig wie möglich von mir preiszugeben, denn, hey, den Kerl wollte ich keinesfalls wiedersehen.

Völlig traurig verabschiedete er sich von mir, weil ich ja viel zu wenig Zeit hatte. Aber „Wir sehen uns ja sicher wieder, ne? Dann aber einen Kaffee bei mir! Du weißt doch meine tolle Kaffeemaschine… ach, und Rotwein, den trinke ich auch immer gern. Du auch?“.

Ich sah zu, dass ich schnell aus der Nummer heraus kam, sagte „Klar, wir hören uns!“ und zischte ab.

Am Abend telefonierte ich dann mit meiner Freundin Nina. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt wirklich unglaublich viel Gesprächsstoff, was den Dating-Markt anbelangt. Tja, und dann erzählte ich so vom Herrn Professor, nannte grobe Eckdaten. Und dann sie so „Moment, heißt der xyz?“. Und ich so „Ja……“. Und sie wieder so „Nein, um Gottes Willen! Und ist er Professor in abc?“. Und ich wieder so „Jaaaaaaaaaa….“. Und dann nur Stille, gefolgt von herzhaftem Gelächter plus mahnendes „Also, mit dem triffst Du Dich nicht noch mal, der hat…..“. Und dann kam die ganze Story. Kurz zusammen gefasst: Tinder ist sein Hobby (wahrscheinlich immer noch) und er hatte sich wohl im entfernteren Bekanntenkreis schon einen Namen gemacht. Auf unschöne Details möchte ich gar nicht eingehen, aber meine Vermutungen schienen bestätigt.

Lustigerweise tingelten parallel zu unserem Telefonat zahlreiche Nachrichten ein. Genau, vom Herrn Professor! Ich fand die richtige Worte und die saßen scheinbar, so dass der Herr beleidigt ab zog weit hinaus in die virtuellen Welt.

 

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5 Kommentare

  1. Oh je, da kann man auch wieder froh sein, wenn man vom Markt ist!! 😉 Wir freuen uns auf deine Fortsetzung!!

    1. Ja, das kann man wirklich sein! 😉

  2. Ich will mehr!!! Bekomme mich gar nicht mehr ein 😂. Großartig!!! Aus heutiger Sicht natürlich 🙈🙊.

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