Persische Gerüche im Lütticher Restaurant Köln – am Herd mit Inhaber Maziar. Inklusive einem ursprünglich persischen Rezept!

Lütticher Restaurant Köln

Ich liebe es ja, in der Küche zu stehen und zu quatschen. War also klar, dass ich große Lust hatte, als mich Maryam von imWohnzimmer fragte, ob ich gemeinsam mit ihr eine kleine Restaurant-Reise durch Köln machen wolle, bei der wir nicht „nur“ das Essen testen – sondern eben mit dem Koch oder Inhaber selbst in der Küche stehen dürfen und dabei (wie könnte es in der Küche anders sein) ins Gespräch kommen. Das erste Restaurant, was wir für diese Reihe besuchen durften, gehört Maziar Mir Marashi.

Maziar ist der Inhaber des wunderschönen Restaurants Lütticher im Belgischen Viertel in Köln. Und Maziar ist ursprünglich aus Persien, lustiger Weise genau wie Maryam. Den Plan gemeinsam ein ganz typisches persisches Gericht zu kochen, hatten sie sogar schon mal angedacht, als Maryam als Gast im Lütticher war – und zum Glück wurde dieser dann in meinem Beisein umgesetzt. Sooo lecker, sage ich Euch! Aber zum Rezept komme ich noch später.

Maziar ist im Alter von 14 Jahren aus Persien nach Deutschland gekommen, genauer gesagt nach Köln. Seine Liebe zu Köln und seine Verbundenheit zu der schönsten Stadt am Rhein merkt man sofort. Maziar ist durch und durch Kölner! Sein Weg zur Gastronomie kam nach der Schule ganz natürlich, sein Onkel war auch bereits in der Gastroszene aktiv und er hatte schon immer Spass am Gastgeber sein.

Lütticher Restaurant Köln

„Ich wechsel‘ meine Speisekarte spätestens alle 4 Wochen. Mir wird grundsätztlich schnell langweilig und das ist beim Essen auch so.“

Maziar ist normalerweise nicht in der Küche zu finden, er ist durch und durch Gastgeber und tummelt sich da, wo seine Gäste sind. Er bedient auch selbst und spricht gerne mit den Menschen, die sein Restaurant besuchen. Auf der regulären Speisekarte des Lütticher sind auch keine persischen Gerichte zu finden, dort gibt es modernes und mediterranes Essen mit einem ganz klaren Schwerpunkt: Frische! Als wir darüber sprechen, wo und wie Maziar den Fisch für sein Restaurant kommt, merkt man, wie er das lebt, das Gastronom sein. Es macht sofort Spaß zu zuhören und man kann das Gefühl für gute Produkte förmlich spüren. Den Fisch z.B. kauft er gerne bei einem Händler der extra aus Norwegen ein Mal pro Woche nach Köln geflogen kommt und ihm diesen exklusiv anbietet. Frischer geht’s kaum!

Während Maryam mit Maziar ein „Zereshk Polou Bā Morgh“ zubereiten (Safranreis mit Huhn und Berberitzen), fängt es an zu duften. Wir sprechen viel über die Unterschiede zwischen Deutschland und Persien – ich finde das unglaublich spannend. Persien ist ein Land, das ich noch nicht kennenlernen durfte. Aber eins ist mir jetzt klar: Essen ist dort eine wichtige Sache! Und den Begriff „satt“ gibt es nicht wirklich. 😉

Lütticher Restaurant Köln

Zereshk Polou ba Morgh

Safranreis mit Huhn und Berberitzen

Zutaten für 4 Personen:

Für das Huhn:

  • 1 Huhn oder 4 Hühnerkeulen
  • 1 große Zwiebel
  • 1 TL Kurkuma
  • 1/2 TL Safran
  • ein paar Salbeiblätter
  • Erdnuss- oder Maiskeimöl
  • Salz, Pfeffer

Für die Berberitzen:

  • 250 gr Berberitzen
  • 2 EL Butter
  • 2-3 EL braunen Zucker
  • 1/4 TL Zimt

Für den Safran-Reis:

  • 4 Tassen Reis
  • 1 TL Salz
  • 1/4 TL Safran
  • 2 EL Butter

Zubereitung Schritt-für-Schritt:

Safranreis

  1. Den Reis waschen bis das Wasser klar ist, dann für 1 Stunde in Wasser einweichen.
  2. 1/4 TL Safran in einem Mörser mahlen und mit 25 ml kochendem Wasser aufgiessen, verrühren und beiseite stellen.
  3. In einem Reiskochtopf den Reis mit dem Wasser, in dem er zum einweichen lag und 1 TL Salz aufsetzen.
  4. Sobald der Reis richtig kocht, noch mal weitere 4 Minuten kochen, bis der Reis noch bissfest ist.
  5. Den Reis abgießen und
  6. im Reiskochtopf die 2 EL Butter erhitzen,
  7. 50 ml kochendes Wasser und 2 EL des Safranwasser hinzufügen.
  8. Den Reis in den Topf geben und auf der Butter wie einen Hügel schichten.
  9. Dann mit dem Stiel eines Kochlöffels ein paar Löcher in den Reisberg bohren, die bis zum Boden führen.
  10. Deckel des Reiskochtopfes (Alternativ geht auch ein normaler Topf, dann nur die Hitze im Griff halten) in einem Küchentuch einschlagen und
  11. den Reis für 45 Minuten dämpfen.

Safranreis

Huhn

  1. Die Zwiebel schälen und achteln.
  2. In einer großen Pfanne Zwiebel mit etwas Öl kurz golden anbraten.
  3. Die Zwiebeln mit Kurkuma bestreuen.
  4. Und die Hühnerkeulen/Hühnerbrust/das Huhn auf die Zwiebel legen,
  5. Das Ganze mit dem Safran bestreuen und die Salbeiblätter hinzufügen.
  6. Die Pfanne mit einem Deckel fest verschließen und für 5 Minuten stark anbraten.
  7. Das Ganze dann mit 150 ml kochendem Wasser ablöschen.
  8. Ein Rost im Backofen vorbereiten und den Backofen auf 130 Grad vorheizen.
  9. Hühnerteile auf das Rost legen und für 45 Minuten weiter garen.
  10. Den Sud in der Pfanne beiseite stellen.

Zereshk Polou

Berberitzen

  1. Eine halbe Stunde bevor der Safranreis und das Huhn fertig sind, die Berberitzen waschen und ungefähr 15 Minuten in klarem Wasser einweichen. Dann in einem Sieb gut abtropfen lassen.
  2. Butter in einer Pfanne erhitzen, Berberitzen hinzufügen und 2-3 mal wenden
  3. den Zucker hinzufügen und alles gut vermischen.
  4. Die Berberitzen von der Herdplatte nehmen und mit 3 EL der fertigen Hühnerkeulen-Sosse aus der Pfanne ablöschen.
  5. Abdecken und beiseite stellen.

Berberitzen

Anrichten

  • Sobald der Reis fertig ist, etwa 5 EL Reis aus dem Topf nehmen und mit dem Safranwasser mischen, bis sich der Reis schön verfärbt hat.
  • Den restlichen Reis aus dem Topf wie bei einem Kuchen stülpen und in Stücke schneiden.
  • Reisstücke auf den Tellern anrichten, den gelben Safranreis oben auf dekorieren und
  • mit den fertigen Berberitzen garnieren.
  • Hühnerkeulen entweder um den Reis drapieren oder extra servieren.

Lütticher Restaurant Köln

Ich werde dieses Gericht in jedem Fall noch mal nachkochen und ich glaube, dass meine Familie vor allen Dingen auf den buttrigen Reis verrückt sein werden!

Und wer von Euch, dass Lütticher Restaurant noch nicht kennt, sollte da definitiv mal hingehen und sich davon überzeugen, dass es dort zwar generell keine persische Küche, dafür aber einen ganz besonderen Gastgeber – und nicht minder leckere Gerichte!

Lütticher Restaurant Köln

Wie gesagt: das ist der Auftakt einer kleinen Serie – und macht mir persönlich total Lust auf unseren nächsten Besuch in einer tollen Gastronomie! Wir werden wieder in die Töpfe spinksen und vielleicht mitkochen dürfen. Am Herd mit… bald erfahrt Ihr mehr!

*Danke an René Weides für die wundervollen Bilder!

 

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