Zu Gast: Twentysomething – ärgere Dich nicht!

Yeah, es ist Sonntag – und damit Zeit für einen weiteren Gastbeitrag! 

Dieses Mal kommt er von der lieben Franzi, die den Blog Briefkastenliebe sehr liebevoll betreibt. Kennt Ihr nicht, dann schaut unbedingt mal vorbei!

Neben der Liebe zur „echten“ Post sind es vor allen Dingen amüsante Tinder-Geschichten, die man auf ihrem Blog lesen kann, aber auch gute Café-Tipps.

Jetzt aber zu ihrem Beitrag, viel Spass beim Lesen:

 

Twentysomething ärgere Dich nicht.

Singlesein in seinen 20ern – ältere Semester deklarieren diesen Zustand vermutlich als das ultimative Schlaraffenland. Und auch viele sogenannte „Twentysomethings“ lieben genau diese Freiheit. Man lebt ungezwungen, verliert sich in zufälligen Romanzen und schmeißt wieder aus seinem Leben, was darin aktuell einfach keinen Platz finden kann.

So gesehen müssen wir unseren Zustand des Singleseins wohl nochmal überdenken, oder? Nun, wie hieß es doch einst so schön in der Literatur? „Es schlagen ach zwei Herzen in meiner Brust“.

Da ist was dran. Denn ich persönlich empfinde den Zustand des Singleseins als Fluch und Segen zugleich. Den Anfang meiner Twentys, genau genommen die erste 4 Jahre, habe ich in einer festen Beziehungen verbracht. Eine Zeit, welche ich keineswegs missen möchte – nur hat sie mein Leben doch maßgeblich beeinflusst. Ich habe mich vollends auf meinen Partner eingelassen und meine Pläne den seinen angepasst.

Und wenngleich mich die Trennung traurig gemacht hat, so bin ich wohl nachträglich dankbar dafür. Nicht, weil es zwischen uns Differenzen gab, diesen Aspekt möchte ich niemals in die Waagschale werfen, sondern weil ich glaube, dass es für mich ein wichtiger Schritt war. Ich musste einfach nochmal eine gute Zeit allein bestimmen, allein meine Ziele definieren und mich selbst noch ein Stück weit kennenlernen.

Mit uns selbst alleine sein ist nicht unbedingt ein Leichtes. Das merke ich zumeist dann, wenn ich Freunden berichte, allein auf Reisen gegangen zu sein. Für viele ist allein die Vorstellung ein Wochenende ohne eine Begleitung zu verbringen ein Graus. Das länger auszuhalten – für etliche meiner Freundinnen schier undenkbar. Ein Zustand, welchen ein Kapitel in Michael Nasts Buch „Ist das Liebe oder kann das weg?“ ziemlich genau thematisiert. Die Protagonistin seiner Geschichte antwortet ihrem Date auf die Frage, wie lange sie Single sein mit folgenden Worten:

„Seit letztem Donnerstag“ …das war jetzt fünf Tage her…

„Fünf Tage!“, hämmerte es wahrscheinlich gerade in ihrem Kopf. „Verdammte Scheiße, jetzt sind es schon fünf Tage!“

Man mag darüber schmunzeln, jedoch habe ich Freundinnen, denen exakt dieser Satz wirklich über die Lippen kommen würde. Eine erschreckende Erkenntnis, wie ich finde und eben jener Grund, weshalb ich um meine Trennung doch wahrhaft dankbar bin.

Eigenständigkeit finde ich in vielerlei Hinsicht wichtig, denn sie gibt uns Sicherheit und stärkt uns auch für kommende Beziehungen. Denn das Problem, welches ich bei Paradebeispielen a la Michael Nast sehe, ist nicht unbedingt die große Sehnsucht nach einem Partner. Diese als Single vollkommen zu dementieren, ist wohl immer gelogen. Sondern vielmehr die damit einhergehende Selbstaufgabe und der Mangel an Selbstkenntnis. Bei Freundinnen, welche nach diesem Schema agieren habe ich schlichtweg immer Angst, dass sie ihr vorschnelles Handeln bereuen werden. Kinder bekommen mit dem Falschen, sich in Gefühle hineinsteigern und wohlmöglich später zurückblicken auf verpasste Gelegenheiten. Es wäre doch wohl nichts schlimmer, als seine ganz persönliche Bucket List nichtabgehakt zu haben. Daher, ihr lieben „Twentysomethings“, ärgert euch nicht.

Du möchtest gern weitere Tindergeschichten lesen? Dann schau gern mal auf https://briefkastenliebe.com/ vorbei.

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Über Briefkastenliebe:

Briefkastenliebe, das ist Franzis kleine postverliebte Hommage an das Leben. Ich schreibe über das, was mir begegnet, schöne Orte und all jene Herzmomente, die mir so widerfahren. Was in Köln begann wird seit vergangenen Sommer in Berlin fortgeführt und beschäftigt sich mit Cafés, Tinderdates & allerhand Geschichten aus dem Nähkästchen.

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