Zu Gast: …Zweifel…

Nach einer kleinen Winterpause geht es heute weiter mit wunderbaren Gast-Beiträgen hier bei undeinepriseliebe.

Heute freue ich mich besonders, das Wiebke von piepmadame einen Beitrag geschrieben hat! Wiebke und ihr Mann erziehen ihre süße Tochter ohne starre Grenzen, sondern eher aus dem Bauch heraus und mit ganz viel Liebe – ja, und vor allen Dingen Nähe. Hier der sehr ehrliche Beitrag über die Zweifel einer Mama:

Zweifel bekommen wir gratis zur Geburt geschenkt, so ähnlich wie den Mutterinstinkt – nur in schlecht. Wir bekommen sie mitgeliefert, ob wir wollen oder nicht. Zweifel daran, ob wir alles richtig machen. Zweifel daran, ob unser Baby „normal“ ist. 

Erst glaubt man vielleicht es liegt daran, dass man sich noch nicht auskennt. Das Baby ist neu, das Mama-sein ist neu. Deswegen sind sie doch da, diese Zweifel oder?! 

Aber obwohl das Baby wächst und gedeiht, irgendwann anfängt zu laufen und sprechen, lacht und glücklich ist – die Zweifel bleiben. Nicht jeden Tag gleich stark, manchmal spürt man sie auch gar nicht, aber an anderen Tagen nehmen sie wieder überhand. Wir zweifeln. An uns und unserem Kind!

Das Baby isst nicht (richtig) – was haben wir falsch gemacht? Das Baby schläft nicht (durch) – liegt es an uns? Das Baby weint abends, morgens, immer – was haben wir übersehen? Das Baby hustet – haben wir es nicht warm genug angezogen? 

Es ist vollkommen egal was, wir geben uns die Schuld. Wir zweifeln. Viele Tage sind nur deswegen schwer, weil wir so unsicher sind…

Und das ist scheiße, verdammt nochmal. Denn diese Zweifel kommen nicht davon, dass wir wirklich etwas falsch machen oder mit dem Baby wirklich etwas nicht stimmt – zu 99% kommen die Zweifel daher, dass von uns irgendwas erwartet wird!! Die da draußen, die Nachbarn, die eigene Mutter, die kinderlose Freundin, die Tagesmutter, der Kinderarzt, der Postbote – ALLE glauben (besser) zu wissen WIE es sein muss, wie es funktioniert, wie wir es machen sollen. Wir zweifeln und sind verzweifelt. 

Nach über 2 Jahren Mama sein, sind die Zweifel noch da (natürlich 😕) aber sie sind nicht mehr so laut und aufdringlich. Mittlerweile schaffe ich es an den allermeisten Tagen einfach die Mutter zu sein, die ICH will. Aber der Weg dahin war nicht leicht. Ich habe mir und meiner Tochter zu wenig vertraut. Ich habe alles gegoogelt, zahlreiche „Experten“ aufgesucht (vom Osteopathen bis zur Schlafforscherin) – ich hatte mir einreden lassen, dass „etwas“ nicht stimmen kann und/ oder ich etwas falsch mache, wenn das Baby nicht schläft/ isst/ alleine spielt/ wasauchimmer. Man wird in dem Glauben gelassen, dass es eine Lösung für all das gibt – nur scheint man zu dumm/ jung/ unerfahren sie zu finden. So ein Schwachsinn! 

Der Druck auf Mütter ist enorm! Aber die Wahrheit ist doch: wir sind toll so wie wir sind und unsere Babys sind perfekte kleine Wunder!! An ihnen ist nichts falsch, wir müssen sie nicht zu etwas Gutem erziehen, sie haben keine Schlaf- oder Essstörung, wir können sie nicht mit Liebe verwöhnen und sie werden von ganz allein selbstständig irgendwann – es gibt überhaupt keine Lösung für all diese „Probleme“. Schon gar nicht eine allgemeine für alles und jeden. Kinder sind Kinder. Die einen pflegeleichter, die anderen fordernder. Aber sie sind alle richtig so wie sie sind. 

Und wenn die Zweifel doch wieder überhand nehmen denkt daran, dass ihr immer die beste Mama für euer Baby sein werdet. Nur das zählt.

Hört nicht auf die anderen. Schaut euer Kind an. Es ist perfekt, hab ich recht? ❤

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